Foto: Therese Trachsel
06. März 2026

Frühling im BärenPark – Die Bären sind wieder aktiv

Der Frühling hält früh Einzug in Bern – und im BärenPark zeigen sich die Bären wieder zunehmend aktiv. Finn und Ursina sind bereits regelmässig im Aussenbereich, während Björk derzeit noch etwas zurückhaltender ist. 2026 sind die Tiere früher aus der Winterruhe gekommen als im Vorjahr.

Wer die Bären im Frühling beobachten möchte, hat jetzt besonders gute Chancen. Gerade an sonnigen Tagen lassen sich die drei Braunbären oft gut im Gelände entdecken – beim Erkunden ihrer Anlage, beim Klettern, beim Grasen oder auch beim Baden. Das Erwachen geschieht dabei nicht abrupt, sondern Schritt für Schritt: Nach den ersten wärmeren Tagen sind die Tiere zwar wieder unterwegs, wirken anfangs aber noch etwas gemächlicher als in den Sommermonaten.

Foto: Braunbär im BärenPark, Therese Trachsel

Die Bären starten in den Frühling

Nach der Winterruhe fressen die Bären anfangs noch zurückhaltend. In der ersten Phase fressen sie unter anderem das, was im BärenPark bereits wächst – etwa Gras und frische Knospen. Danach wird der Speiseplan nach und nach ergänzt: Im BärenPark erhalten die Tiere saisonal abgestimmtes Futter wie Gemüse und etwas Fleisch. Auch hinter den Kulissen beginnt nun wieder eine spannende Zeit, denn das Tierpflege-Team beobachtet genau, wie sich Aktivität, Appetit und Gewicht der Tiere nach der Ruhephase entwickeln. Für das Wiegen werden die Bären mit Kondensmilch auf die Waage gelockt. So können die Tierpflegenden ihr Gewicht kontrollieren und die Entwicklung nach der Winterruhe genau verfolgen.

Foto: BäreBähnli im Bärenpark Bern

Naturerlebnis mitten in Bern

Der BärenPark Bern ist frei zugänglich und liegt direkt an der Aare – ein beliebtes Ziel für Tierfreunde, Familien und Spaziergänger. Vor allem am Nachmittag sind die Bären aktiv. Der Bärenpark ist täglich geöffnet. Die Betreuung erfolgt durch erfahrene Tierpfleger, die jeden Tag vor Ort sind. Er ist in wenigen Minuten von der Altstadt oder vom Rosengarten aus erreichbar. Ein Spaziergang entlang der Aare oder über die Nydeggbrücke führt direkt zum BärenPark. Der gesamte BärenPark ist hindernisfrei erlebbar. Ein spezieller Schräglift – das sogenannte «BäreBähnli» – ermöglicht auch mobilitätseingeschränkten Personen eine bequeme Verbindung zwischen dem oberen Parkbereich und dem Aareufer. Die Benutzung des Lifts ist kostenlos.
Foto: Braunbär im BärenPark, Therese Trachsel

Ein wertvoller Lebensraum in der Stadt

Der BärenPark ist nicht nur Lebensraum für Braunbären, sondern auch ein ökologisch wertvoller Grünraum im Herzen der Stadt. Das Gelände beheimatet eine beeindruckende Vielfalt an einheimischen Pflanzen und Tieren. Durch gezielte Naturschutzmassnahmen des Tierpark Bern wird das Areal ökologisch aufgewertet und bietet wertvolle Lebensräume für Kleinsäuger, Reptilien, Amphibien, Vögel und Insekten. Solche naturnahen Strukturen sind besonders in urbanen Gebieten wie Bern von grosser Bedeutung, da sie Lebensräume vernetzen und Tieren auch im Siedlungsraum Rückzugs- und Wanderkorridore bieten.

Foto: Hummel beim Bestäuben

Urbane Wiesen – Oasen der Artenvielfalt

Während viele landwirtschaftlich genutzte Flächen durch Flurbereinigung an ökologischer Vielfalt verloren haben, bergen städtische Grünräume heute ein hohes Potenzial für Biodiversität. Der BärenPark nutzt dieses Potenzial, um regionale Wildpflanzen und seltene Tierarten gezielt zu fördern. Eine artenreiche Trockenwiese entsteht durch gezielte Mahd und Pflege. Diese Lebensräume gehören zu den artenreichsten in der Schweiz und bieten Nahrung und Unterschlupf für zahlreiche Insekten, Vögel, Reptilien und Kleinsäuger. Das Schnittgut wird im Tierpark Bern als Futter für Pflanzenfresser nachhaltig weiterverwendet.

Einheimische Hecken aus Wildsträuchern werden gepflegt und ergänzt, um Lebensräume für verschiedenste Tierarten zu erhalten. Der angrenzende Wald der Englischen Anlagen bietet ein ökologisch wertvolles Biotop mit gestuftem Waldrand, Totholz und alten Bäumen. Eine besonders beeindruckende alte Esche wird als ökologisches Juwel regelmässig gepflegt und überwacht.

Foto: Mauereidechsen bevorzugen südexponierte, sonnige Standorte

Feuchtbiotope für Amphibien, Reptilien und Libellen

Im oberen Hangbereich des Parks bestehen feuchte Standortbedingungen, die ökologisch wertvoll sind. Im Rahmen der Aufwertung wird geprüft, ob dort gezielt Kleinfeuchtbiotope oder Feuchtzonen geschaffen werden können. Solche Lebensräume kommen Amphibien, Reptilien und wassergebundenen Insekten wie Libellen zugute und stärken die Biodiversität im städtischen Raum.

Foto: Nahaufnahme einer Plattbauchlibelle (Libellula depressa)

Kleinstrukturen als Rückzugsorte für Wildtiere

Neben grossflächigen Lebensräumen sind auch kleinere Strukturen für die Biodiversität entscheidend. Ast- und Steinhaufen, Sandflächen sowie Trockenmauern bieten zahlreichen Arten wie Igeln, Mauswieseln, Erdkröten und Insekten wichtige Rückzugs- und Überwinterungsorte. Solche Mikrohabitate sind essenziell für das Überleben spezialisierter Arten, die auf strukturreiche Umgebungen angewiesen sind. Entlang eines Weges zur Aare entsteht ein Lehrpfad mit einheimischen Sträuchern. Mit informativen Tafeln wird über Blühzeiten, ökologische Funktionen und die Bedeutung für Tiere aufgeklärt. Ziel ist es, Besucherinnen und Besucher zu ermutigen, in ihren eigenen Gärten auf standortgerechte, ökologische Alternativen zu exotischen Zierpflanzen zu setzen.

Durch diese vielfältigen Massnahmen leistet der Tierpark Bern im BärenPark einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität in der Stadt. Er verbindet naturnahe Tierhaltung und aktive Naturschutzarbeit – mitten im urbanen Raum.

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